Der Podcast von Reise vor9

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:04:

00:00:19: Ich freue mich heute über die erste, ich würde mal sagen offizielle Herbstausgabe bei uns.

00:00:23: Hier ist Christian Schmicke der Chefredakteur von Reise vor Neun

00:00:26: und hier ist Sabrina Gander die Chefin von St.

00:00:28: Elmo's Tourism All Your Visions.

00:00:30: Lieber Christian, heute gibt es einen Add-on könnte man sagen ne?

00:00:34: Wen hast du eingeladen und warum?

00:00:36: Tatsächlich ist es so, dass wir etwas tun was für uns eher ungewöhnlich ist.

00:00:40: Dass wir nämlich sozusagen ein Update zu einem vorherigen Podcast bieten weil sich tatsächlich einige Details was Regeln für die Touristik angeht geändert haben.

00:00:52: Konkret geht es um EMPCO.

00:00:54: Das ist Empowering Consumers for the Green Transition und es geht dabei darum, dass Greenwashing vermieden werden muss und die entsprechenden EU-Regeln sind seit dem vergangenen Sonntag, seit dem siebenzwanzigsten September in Kraft.

00:01:12: Kurz bevor diese Regeln in Kraft getreten sind hat sich aber noch ein bisschen was getan sowohl in der Diskussion in der Branche zu dem Thema, als auch was die konkrete Ausgestaltung der Regeln angeht.

00:01:24: Und darüber unterhalte ich mich deshalb erneut mit Marie van der Sanden – die ist Juristin, kennt sich in der Thematik bestens aus und wird mir die wichtigsten Fragen, was die praktische Umsetzung dieser Regelung angeht

00:01:37: beantworten.".

00:01:37: Jetzt also ganz viel Spaß zuhören!

00:01:39: Ich glaube gut übersetzt in einer einfachen Sprache hören wir jetzt den Talk der Woche.

00:01:44: Viel Spaß damit!

00:01:49: Ich würde mal sagen, das sind so knapp sechs Wochen schon einmal über die EMPCO-Regelungen der EU unterhalten und mir schien es als sei es tatsächlich Zeit für ein Update.

00:02:01: Denn die EMPPCO Regeln gelten jetzt seit dem siebenundzwanzigsten September Und mir scheint sich da in der Debatte aber auch möglicherweise tatsächlich in den Rahmenbedingungen ein bisschen was getan zu haben.

00:02:14: Bringe uns doch mal auf den aktuellen Stand, was hat sich gegenüber dem Stand unseres Gesprächs im August noch geändert und gab es bei den endgültigen deutschen Umsetzungen irgendwelche Überraschungen die für die Reisebranche relevant sein könnten?

00:02:30: Lustig, dass du sagst.

00:02:31: Es ist Zeit für ein Update nach so kurzer Zeit!

00:02:34: Erst mal danke, dass ich wieder da sein darf und noch so kurze Zeit zu meinem Lieblingstäber.

00:02:38: Ich glaube, ich habe zur MQ inzwischen schon mehr Worte verbraucht als sonst was anderes beim Leben.

00:02:46: Zum Thema Änderungen und Überraschungen.

00:02:49: Im Kern hat sich erst seit August nichts verändert, nichts Großes ... Wir haben aber ein paar kleine Überraschen.

00:02:56: Der Kern, das UVG steht ja seit Februar.

00:03:00: Giltzeit letzten Sonntag, wie du gesagt hast.

00:03:01: Und wir haben die Kerngeschichten, schwarze Liste, verbote Allgemeinen Aussagen, die man Neutralität, Siegel, strenge Anforderungen

00:03:09: usw.,

00:03:09: alles wie angekündigt.

00:03:10: Also dass der Kern bleibt ... Die größte Überraschung kam auf den letzten Metern würde ich sagen.

00:03:17: Wir hatten ein paar Tage vorher noch mal kurz vor dem Stichtag hatte der Bundestag eine Sonderregel für Altbestände beschlossen, also Parker-Fünfzend-B-UWG.

00:03:28: Das war besonders überraschend, weil es auch noch überraschenweise versteckt war in einem anderen Gesetz zum Designrecht.

00:03:36: Also ein ganz anderes Gesetzgebungsverfahren.

00:03:39: Das stand gerade zur Abstimmung an und da passte es ganz gut noch rein zeitlich.

00:03:43: Und so sagen, lasst Minute Buchung beim Bundes-, in der deutschen Gesetzgebung.

00:03:49: Damit haben wir halt auch für Deutschland dann doch noch auf den letzten Meter eine ähnliche Vorschrift erhalten wie wir sie für die behördlich kontrollierten Länder schon durch das ... kann man an das Standing im Juni bekommen haben.

00:04:04: Da hatten wir ja zum Umgang mit Altbeständen schon eine Einigung der europäischen Verbraucherschutzbehörden bekommen, die sich darüber geeinigt haben eben da irgendwie Bilder vorzugehen können auch gleich noch mal drüber reden was sozusagen gekommen ist für den Park auf Fünfzehn B genau.

00:04:19: aber

00:04:20: was mir gerade auch noch einfällt was auch noch überraschend vielleicht ist insgesamt dass die Richtlinie, also das war jetzt nicht ganz kurz vor sie überraschend.

00:04:29: Aber es ist im Ergebnis überraschen, dass wir ja im Prinzip eine vollharmonisierte Richtlinien haben und Europa, die gar nicht einheitlich umgesetzt hat.

00:04:37: Das ist letztendlich auch schon etwas länger klar.

00:04:39: aber wir haben zum Beispiel Österreich, also gibt's gerade in Bezug auf die Altbestände und diese Umsetzung, sagen wir mal Dauerübergangsfristen, haben wir in Österreich einen zivilrechtlichen Ausschluss von drei Jahren für Ansprüche für Altwaren?

00:04:55: in Finnland zum Beispiel, eine Übergangsfrist von ein paar Monaten.

00:04:58: Die fangen sechs Monate später an oder nicht?

00:05:01: die haben ne Übergungsfrist von sechs Monaten und Polen wiederum fängt ein Jahr später an.

00:05:05: also es ist so bisschen unterschiedlich je nachdem wo man vermarktet und die Touristik vermarktete ja grenzüberschreitend immer in verschiedenen Ländern muss man doch mal gucken wo man wirbt und damit Spannung darauf dann warten ob die jeweilige Umsetzungsregel im einzelnen Land auch europarechtskonformen waren.

00:05:23: Weil das birgt noch mal ein weiteres Risiko, es kann nämlich sein dass das einzelne Land gesagt hat wir machen das hier anders ist jetzt auch für den neue Vorschrift die wir in Deutschland bekommen haben muss noch überprüft werden ob das denn europaretskonform ist und wenn das nicht der Fall ist dann galt sie auch rückwirkend nicht.

00:05:38: Das ist so ein gewisses Risiko was wir noch haben.

00:05:41: Und dann haben wir weiterhin auch Mitgliedsstaaten die nicht umgesetzt haben.

00:05:44: Verdragsverletzungsverfahren laufen ja auch gegen einige.

00:05:47: Also

00:05:47: es gibt welche, die haben gar nicht agiert.

00:05:50: Wir

00:05:50: haben gar nichts, genau.

00:05:53: Es wurden insgesamt zwanzig sogar gerügt und unterhanden Österreichs, Frankreichs, Niederlande, Belgien, also Spanien auch war dabei.

00:06:03: Die haben nicht umgesetzt, dann hat Österreich eben nachgeliefert und dann aber mit einer Umsetzungsfrist noch die eventuelle Europarechtswidrie ist.

00:06:11: Und jetzt eben Deutschland haben wir auch eine bekommen insofern diese Fünf-Tarka-Fünftin B.

00:06:16: Was bedeutet denn diese Sonderregelung für Altbestände konkret?

00:06:20: Also ich nehme mal an es geht um Dinge, die physisch schon da sind und auf denen dann möglicherweise irgendwas Beworben wird, was nach den neuen Regeln nicht so beworben werden dürfte.

00:06:34: Gilt das denn auch in irgendeiner Form für die Touristik?

00:06:38: Also wenn wir über gedruckte Kataloge oder Broschüren oder ähnliches nachdenken oder bezieht sich das eher auf andere Warenbestände sag ich mal

00:06:47: Ja, da triffst du genau ins Schwarze.

00:06:49: Das ist nämlich so das bisschen das größte Missverständnis.

00:06:52: § Fifteen B also zum einen keine Aufbrauchsfrist und trifft eben auch nur Waren.

00:06:56: Es ist also wirklich etwas... Also zum ersten ist es eben keine Aufbruchsfrist.

00:07:00: Auch bei Waren darf man nicht einfach weiter abverkaufen bis zwanzig achtundzwanzig sondern die Regeln gelten grundsätzlich für alles seit Sonntag.

00:07:08: deswegen also dass bleibt Und es ist eben nur eine Verhältnismässigkeitsprüfung, die gemacht wird.

00:07:16: Wenn jemand abgemahnt wird oder verklagt wird wegen Waren, den Verkehr gebracht wurden dann kann das Gericht abwägen wie schwer denn der Verstoß überhaupt war?

00:07:25: Was sind die Beseitigung?

00:07:26: Koste zum Beispiel und so weiter.

00:07:28: Und kann dann eben Maßnahmen treffen, aber die Frage ist eben genau, es ist für die Touristik relevant?

00:07:34: Das Gesetz sagt ausdrücklich, sprich das von Waren.

00:07:37: Bücher, Baumarktartikel, Konserven werden hier in der Gesetzesbegründung genannt.

00:07:41: Kreuzfahrt ist jetzt keine Konserve.

00:07:43: Man kann sie auch nicht ins Regal stellen.

00:07:45: Wir haben auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum einer Pauschalreise.

00:07:49: Es passt halt irgendwie gar nicht auf uns.

00:07:50: Reisen sind Dienstleistungen!

00:07:53: Katalog ist Werbung für diese Dienstleistung und nicht die Ware.

00:07:56: Insofern auch das Verteilen eines Katalugs, es eine Werbehandlung, Druckklartung schützt da gar nicht.

00:08:02: Das ist deswegen für die Touristik im Großen und Ganzen nicht so wahnsinnig relevant.

00:08:09: Wir haben aber in der Beratung sehen wir schon die Relevanz.

00:08:12: an einer oder anderen Stelle zum Beispiel Betreuen wir einen großen Zulieferer der Hotellerie.

00:08:18: Der hat verschiedene Produkte mit Umwelt-Aussagen, die schon vor dem Stichtag ausgeliefert wurden oder die noch im Lager stehen.

00:08:25: Oder wir haben das auch bei Boardshops und Merchandise Artikel, Reiseführer, verpackte Hotelprodukte, solche Dinge.

00:08:34: Und da ist es dann eben so ... Da muss man mal gucken?

00:08:37: Dass wenn so eine Duschgelflasche an einem Hotelbad angebracht wird und steht, dann liest der Gast ja auch mit.

00:08:44: Dann ist das eben relevant für die Touristik.

00:08:52: Emco-Regulierungen beachten und eben auch darauf achten, dass es eben auch im reinen BtoB-Liefergeschäft eben BtoC relevant wird.

00:09:01: Also weil der Gast mitliest bei dieser Duschgelflasche eben das war dieses Beispiel im Hotelbad.

00:09:06: Und dann ja wenn der Hoteljäder diese Flasche verwendet, wofür sie ja ursprünglich auch gedacht ist, dann sind wir voll im drin.

00:09:13: also da würde man abverkauft oder eben Verhältnismässigkeitsprüfungen haben für Sozulieferer unserer Branche, wenn sie schon vorm Stichtag ausgeliefert worden.

00:09:26: Also ist noch mal relevant auch zu gucken es ist schon im Lager, es ist in Verkehr gebracht da gibt's ein paar Regeln die sind schwierig.

00:09:32: also wenn es schon mal verbindliche Verträge gibt dann kann man auch schon von im Verkehrbring aus gehen und so weiter.

00:09:37: Da hatten wir so letzten Tagen so die größten Fragezeichen.

00:09:40: Sind jetzt eigentlich mit den schon verkauften Hotelprodukten drin oder draußen?

00:09:45: In der Ausnahme Genau.

00:09:47: Das heißt

00:09:47: also für die Hotellerie und andere Akteure, die tatsächlich physische Waren geliefert bekommen hat das schon eine gewisse Relevanz wenn sie die Waren schon erhalten haben?

00:09:57: Gibt es denn für diese Sonderregel irgendeinen Auslaufdatum oder ist die erst mal unbegrenzt gültig?

00:10:03: Nein!

00:10:04: Die ist tatsächlich begrenzt und zwar genau auf zwei Jahre.

00:10:07: Siebenundzwanzig Star September zwetausendachtundzwanzig Also von jetzt Sonntag an zwei Jahre gerechnet und dann läuft die automatisch aus.

00:10:15: Okay, und um nochmal Klartext zu reden.

00:10:18: Für Kataloge gilt das wenn ich dich richtig verstanden habe nicht denn beispielsweise werden wir über Kreuzfahrten reden da werden ja jetzt schon Reisen für den Winter- vielleicht schon seit anderthalb Jahren gedruckt sind, aber mit Aussagen daher kommen die nicht mehr den Regelungen entsprechen.

00:10:50: Dann sollte der die Nettoneklopp.

00:10:53: Ja, das wäre ein möglicher Weg.

00:10:56: Man kann auch anders reagieren.

00:10:58: Statt in die Tonne kloppen, kann man sie korrigieren, indem man Restbestände beklebt.

00:11:03: Die Kommission erkennt da eben auch die Aufkleber als Mittel.

00:11:06: Korrekturplätter könnte man einlegen zum Beispiel.

00:11:10: Was man nicht tun sollte ist unverändert nachdrucken.

00:11:13: aber man kann eben auch so ein bisschen kreativ hervorheben.

00:11:17: Aber auf deine eigentliche Frage es ist keine Ware.

00:11:21: sondern ein Werbemittel und das ist nicht betroffen, also dass es eben nicht von dieser Verhältnismäßigkeitsprüfung umfasst.

00:11:26: Sondern da muss man dann eben ja genau das tun überkleben am besten oder eben auch... Also es gibt immer noch mal im Streitfall eine allgemeine Aufbrauchsfrist Also aus den Grundsätzen von Trauer und Glauben.

00:11:45: Das haben wir immer im Wettbewerbsrecht noch mal, aber das ist dann wirklich auch nur für den der zeigt dass er gehandelt hat auf der Ebene.

00:11:52: wenn man schon im Gerichtsverfahren dann ist also nochmal sehr sehr abgeschwächt.

00:11:56: kann es da auch noch mal was geben dann theoretisch?

00:11:58: Also auch für so ein Katalog Aber das ist sehr sehr nachgeordnet.

00:12:01: Da würde ich mich jetzt nicht würde ich jetzt meine Strategie sei man nicht drauf aufbauen.

00:12:04: Die EU-Kommission hat ja noch wenige Tage vor dem Start der Impfkoregelung neue Fragen und Antworten dazu veröffentlicht, also so einen Katalog.

00:12:15: Gibt es darin Klarstellungen die für Reiseunternehmen relevant sind und die vorher nicht ganz so klarer?

00:12:22: Also, zum einen ist ja ... Eigentlich ist nur ein einziger Punkt neu.

00:12:28: Wir haben diesen FAQ, den haben wir schon dreimal jetzt.

00:12:31: Das war die dritte Version und die dritten Version hat im Prinzip nur einen Punkt aufgenommen, das ist dieser letzte Punkt zu den Altbeständen.

00:12:43: Hat eben noch mal klargestellt diese Verhältnismäßigkeit auch und hat eben auch diese genannte Lösung mit den Aufklebern genannt, also hat damit auch nochmal gezeigt dass es hier um Waren geht und nicht um Reisen zum Beispiel.

00:12:55: Und rechtlich verbindlich ist das natürlich nicht, also das ist ja ein unverbindliches Paper aber die Behördengerichte alle orientieren sich daran.

00:13:08: Das heißt im Prinzip gab's da jetzt nur einen neuen Punkt, die anderen Punkte... Aus den FAQs, die wurden jetzt auch ... war das letzte zweite FAQ gekommen von aus Mai.

00:13:19: Und die Punkte wurden im Prinzip nur noch mal bestätigt und gar nicht mehr verändert.

00:13:24: Da ist für die Touristik wichtig drin.

00:13:27: Das sind einmal so die Punkte mit dem Namen, vielleicht noch irgendwie ... Auch das Punkt des Nachhaltigkeitsberichten oder ... Klimaneutralität.

00:13:38: Das ist das Thema, dass es eben auch Produktunternehmensnamen-Umweltaussagen sein könnten.

00:13:44: Da hat sich die Stellung zugenommen, dass eben auch ein Markenschutz nicht hilft und nichts ändert.

00:13:49: Also zum Beispiel Green oder ja Blu im Namen.

00:13:54: Ist nicht automatisch eben ein Problem.

00:13:56: aber wenn das dann einen Umweltvorteil suggeriert, dann haben wir das, worüber wir letztes mal gesprochen haben, da muss man immer eben im selben Medium erklären was dahinter steckt und genau die allgemeine Aussage spezifizieren.

00:14:10: Und auch noch relevant für unsere Branche ist der Nachhaltigkeitsbericht, also da haben wir ja die Regelung dass für Investoren so ein Pflichtbericht nicht darunter fällt.

00:14:23: aber wenn ich diesen nachhaltigkes Bericht eben in Newsletter Übernehme auf der Buchungsseite irgendwie darüber spreche oder so ein Bericht an Instagram landet, dann wird es eben Werbung gegenüber den Urlaubern.

00:14:38: Und dann gilt eben das, dass wir auch letztes Mal besprochen haben.

00:14:42: Dann brauchen wir halt ein... Wenn wir da viele zum Beispiel drin haben Umsetzungsplan und so weiter.

00:14:47: Mein Lieblingsbeispiel in den FAQs ist ja immer das mit den Flügen.

00:14:49: Also weil wir haben tatsächlich einen im FAQ ein Beispiel der Kommission was unsere Branche betrifft beim Kompensationsverbot.

00:14:57: Da steht drinnen ein Flug nicht klimaneutral heißen darf, wenn eine Erlern irgendwo Bäume pflanzt zum Beispiel.

00:15:06: Das ist da explizit auf unsere Branche auch als Beispiel gemünzt.

00:15:10: Also das Thema dass man über Klimaschutzprojekte weiter hinsprechen darf also diese sogenannten Contribution Claims, aber eben nicht mehr über diese Neutralitätsaussagen, die durch Kompensation erlangt wurden.

00:15:25: Darf man offsetting claims nicht verwenden?

00:15:29: Das wird da als wichtigstes Beispiel für unsere Branche in den FAQ auch noch mal festgezürzt.

00:15:34: Okay jetzt geht das ganze Ding ja in die Praxis und die Erfahrung zeigt dass gerade dem juristischen Metier Wenn neue Regelungen entstehen, relativ schnell kann es Laien aus dem Boden schießen die sich genau darauf spezialisieren sehr intensiv nach verfehlungen oder möglichen Verfehlung zu recherchieren um die dann möglichst mit Mahnungen oder Ähnlichem zu bestrafen.

00:16:02: Und in der Branche wird nach meinem Wissen auch schon intensiv darüber diskutiert wie groß denn das Risiko einer großen Abmahnwelle ist.

00:16:10: Hast du eine Idee, wo das größte Abmahnrisiko für Reiseveranstalter, für Airlines oder Kreuzfahrt-Anbieter-Hotels gerade besteht?

00:16:19: Auf jeden Fall online.

00:16:22: Das größte Thema hat auch die Kommission mehrfach betont.

00:16:25: Kataloge und dergleichen ist schnell vergriffen aber online ist alles verfügbar, jeden Tag abrufbar.

00:16:31: Man braucht für eine Abmanung ein Screenshot hat man das.

00:16:34: Man hat auch keine Altbestände oder so dergleichen, also keine Ausnahme, kein Paraphoga-Fünfzehn und jeden Tag den man so eine Aussage online sieht ist dann auch ein neuer Verstoß.

00:16:44: Also online ist auf jeden Fall das größte Risiko, man sollte auf jeden fall online alles beseitigen.

00:16:48: und ja dann eben sagen wir besonders vorsichtig wäre ich bei Klimaneutralitätsdurchkompensationsaussagen, da haben immer noch ganz viel nicht beseitigt worden.

00:17:02: Also wirklich dieses Klimaneutralfliegen CO-neutralreisen.

00:17:05: Emissionenausgleichen im Buchungsprozess, so diese ... this is wording wo es darum geht dass man irgendwie was ausgleicht und kompensiert.

00:17:14: Dass man das Gefühl vermittelt die Welt besser macht oder das wieder wegnimmt was man an Emission in die Welt gesetzt hat ist eben nicht der Fall sondern Das steht immer auf der schwarzen Liste.

00:17:24: Wie gesagt, Klimaschutzbeitrag okay.

00:17:26: Kompensation ist nicht okay.

00:17:28: Also Neutralität für sich zu beanspruchen durch Kompensation eben nicht.

00:17:32: Da sehe ich ein sehr großes Risiko, weil das auch so ein offensichtliches Risiko ist.

00:17:36: und dann haben wir die eigenen Siegel natürlich.

00:17:43: Ein Unternehmenseigende Siegeln sind auch ein ganz großes Risikoball, dass es auch ganz klar ist.

00:17:49: Design, irgendwie so ein Logo würde ich auch... Deswegen riskant, weil es offensichtlich ist und nicht so schwierig ist.

00:17:57: Ohne unabhängiges Zertifizierungssystem sind die verboten dieser eigenen Siegelfilter Kategorisierungen also diese ganzen Logos.

00:18:05: Wichtig sind auch Vergleichsplattformen ohne transparente Parameter.

00:18:08: ich glaube das ist auch nochmal ein großes Thema werden wird und pauschale Aussagen natürlich nach wie vor alles was du pauschal isst dieses grüne Hotel umweltfreundliche Kreuzfahrt nachhaltiges Reisen na dass eben

00:18:20: auch

00:18:22: diese Zukunft versprechen net zero, twenty-fifteen ohne öffentlichen Plan.

00:18:26: Und die Klassik haben hier diese Werbung mit Selbstverständlichkeiten natürlich.

00:18:29: Also wenn man Selbstverständlichkeit als Vorteil verkauft also legal Compliance, wenn ich einfach nur mich rechtlich so verhalte wie ich es tun muss dann ist das eben... Also wenn ich zum Beispiel sage etwas ohne Einweg Plastik obwohl das ohnehin gesetzlich verboten ist oder wenn ich übertreibe und mein einzelnes LNG Schiff irgendwie zu einer grünen Flotte mache und so diese Dinge.

00:18:49: Das sind ja in den Bereichen genau.

00:18:52: Und wenn ich dich richtig verstanden habe, gilt das auch für Aussagen die auf Social Media getätigt werden oder wurden?

00:19:00: Genau.

00:19:00: Richtig!

00:19:00: Gesäbte Kommunikation, egal auf welchem Medium, egal durch wen – alles was unternehmensbezogen kommuniziert wird Na, übrigens Social Media.

00:19:10: Da gilt auch ... also zum Beispiel auch Influencer, ne?

00:19:14: Also wenn ein Creator für seine Aussage ... Wenn einer sagt

00:19:19: z.B.,

00:19:19: eine Bloggerin oder YouTuber und die grüne Kreuzfahrt oder diese schöne nachhaltige Reise, die ihm so gut gefällt und das eben im Auftrag ... also der Schwerm mit dem Auftrag einer Rederei wird das auch zugerechnet.

00:19:32: Das ist aber ganz entscheidend, diese Influenza zum Beispiel.

00:19:35: Social Media Creator Aussagen, die werden auch übersehen.

00:19:39: Das

00:19:39: heißt wenn ich da aktiv bin sei es als Reisebüro oder sonstiges touristisches Unternehmen beispielsweise als Hotel dann muss sich schon alles was in der Vergangenheit geäußert worden ist und was heute noch verfügbar ist durch Forsten

00:19:53: richtig genau also das gilt eben ab letzten Sonntag siebenundzwanzigster September war der Stichtag Und was da in der Welt ist, ist betroffen.

00:20:02: Es gilt eben gerade kein Bestandsschutz.

00:20:04: Das ist diese neue Regelung, die wir auch haben.

00:20:06: Gilt nur für Ware und nur für zwei Jahre.

00:20:10: Insofern alles andere ist nicht betroffen.

00:20:13: also wenn man es ganz fängend nimmt müsste man jeden einzelnen Social Media Post dann einfach auch bearbeiten oder löschen.

00:20:19: Eine

00:20:19: Besonderheit der Touristik ist ja dass viele Produkte über Ländergrenzen hinweg entstehen weil der Flug irgendwo anders hinführt Das Hotel in einem anderen Land ist, wie sieht es denn da aus?

00:20:33: Etwa wenn ein deutsches Reisebrot oder ein Veranstalter mit einer Nachhaltigkeitsaussage eines ausländischen Hotels oder einer Airline wirbt.

00:20:44: Gilt dann automatisch dennoch deutsches Recht?

00:20:47: oder wie sieht das aus?

00:20:49: Nein, also bei Grenzüberschreiten.

00:20:51: Das gilt immer das Recht auf den Staat zu sich ausrichten.

00:20:56: Wohin ich mir meine Werbung quasi ausrichte?

00:21:00: Wenn ich z.B.

00:21:01: ein Hotel in einem Land sitze mit großzügigen Regeln, dann hilft es ihm nicht, wenn das Recht des Landes auf dem geworben wird, Deutschland ist zum Beispiel.

00:21:09: Also wenn ich an deutsche Verbraucher mich richte, muss ich deutsches Recht berücksichtigen.

00:21:13: Das ist immer die Regel.

00:21:17: Immer das, wo ich eben kommuniziere und bei der grenzüberschreitenden Kommunikation ja oder überhaupt bei dieser, was du sagtest irgendwie verschiedene kommunizieren.

00:21:28: Also haben wir dieses Thema diese Trittkommunikation also diese Haftung auch für Aussagen Dritter und das ganze Grenz überschreiten Ja entlang der ganzen Reisekette, also das ist ich impf.

00:21:41: Also zum einen zu den Grenzen überschreiten und es ist so dass wir dann eben nochmal das zusätzliche diese zusätzlichen Komponente haben das cpc Verfahrens ja.

00:21:50: also wir haben ja diese.

00:21:53: Ich glaube, das haben wir letztes Mal auch besprochen.

00:21:55: Wir haben darüber gesprochen, dass wir eben die private Rechtsdurchsetzung haben.

00:22:00: Also diese staatliche behördliche Rechtsd Durchsetzung gibt es in vielen anderen Ländern aber nicht in Deutschland.

00:22:06: Das heißt, die Bußgelder sind bei uns nicht primär relevant.

00:22:09: Sie finden nur dann Anwendung... Wenn ich grenzüberschreitend einen weitverbreitenen Verstoß habe, und das kommt genau in diesen Fällen dann zum Tragen.

00:22:18: Wir haben mit der Touristik oftmals diesen grenzüber schreitenden Bezug natürlich... Reißt ja auch gern mal über Grenzen.

00:22:26: Und wenn das dann noch weit verbreitet ist in mehreren Mitgliedstaaten, können auch in Deutschland wo wir eigentlich eine private Rechtsdurchsetzung haben also eben durch die Wettbewerbsbehörden und über durch die privaten Mitbewerber können auch im Deutschland dann Bußgelder drohen.

00:22:41: Das sind eben diese vier Prozent Jahresumsatz in den betroffenen Ländern.

00:22:44: Und das ist etwas was wir jetzt zum Beispiel in der Touristik Green Flying-Kampagne gesehen haben.

00:22:52: Da ging es um diese Kampagne, Green Flying ist Green Lying und das war die EUweite Kampagne gegen Airlines.

00:22:59: aus dieser Zeit haben wir diesen ganzen vielen Verurteilungen gegen Airlines.

00:23:03: da hatte damals der Verwocherschutz Dachverband der Europäischen Union die nationalen Behörden gebeten und angehalten doch bitte alle zeitgleich gegen die Airlines vorzugehen.

00:23:12: Das haben sie dann auch gemacht sogenannten CPC-Netzwerk gemeinsam vorgegangen.

00:23:18: Und dieses CPC Netzwerk, also CPC Network Consumer Protection Corporation Network das funktioniert eben nur in diesen Fällen wurde übrigens auch in der Touristik bei dem Flixbus Verfahren wurde das höchstrichterlich bestätigt also auch wieder unserer Branche.

00:23:33: ja dass ist eben bei bei grenzüberschreitenden Kampagnen dann zusätzlich zu beachten dass das auch noch relevant wird.

00:23:42: Wichtig

00:23:42: zu wissen, eine abschließende Geschichte habe ich noch.

00:23:45: Ich erinnere mich, dass bei der Anhörung vor dem Tourismus-Ausschuss des Deutschen Bundestages der Vertreter eines kleineren Reiseveranstalters gesagt hat Naja, wenn ich alles durchsuchen muss was jemals von mir publiziert worden ist und das noch irgendwie verfügbar ist dann kann ich eigentlich so sinngemäß mein Laden fast dicht machen.

00:24:07: Wäre es nicht möglich dass man erst mal darauf aufmerksam gemacht wird?

00:24:11: Wenn irgendwo eine Aussage steht die nicht regelkonformt heute mehr ist nach den Regeln des Greenwashing's Und nicht gleich mit einem Abmahnverfahren da gedroht wird

00:24:24: Das kommt immer darauf an, wer tätig wird.

00:24:25: Also das kann natürlich auch sein dass einer sagt Mensch irgendwie guck mal.

00:24:28: also gerade jetzt durch diese Übergangsfristen kann ich mir das durchaus vorstellen, dass sich der Abmahner gar nicht mehr so ganz so siegesicher ist und weiß ob er damit durchkommt und dann eben nicht weiß was er denn an Verhältnismässigkeit noch einmal vorweisen kann.

00:24:39: der Abgemahnte und dass man erst mal nachfragt und sagt irgendwie erklären Sie doch mal wie sie sich und warum sie sich berechtigt fühlen diese Aussage zu treffen?

00:24:49: Und dann kann man darauf reagieren und vielleicht nochmal eine Schutzschrift einreichen oder ergleichen.

00:24:53: Das wird man dann sehen.

00:24:55: Aber dieses Thema, was der kleine Reiseveranstalter gesagt hat, das hören wir ganz oft.

00:25:00: Dass man einfach sagt, da kann ich ja eigentlich gleich ... Das ist so komplex!

00:25:05: Aber es betrifft alles, was man im geschäftlichen Verkehr tut.

00:25:10: Man muss immer darauf achten, dass man auch legelkompliment ist irgendwie und ... Deswegen, also ganz risikoloos ist halt das Geschäftsleben einfach nicht.

00:25:19: Also dieses Risiko glaube ich muss man auch eingehen und es wird mich auch immer jeder gleich abgemahnt.

00:25:25: wenn man sich da so ein bisschen Mühe gibt und einfach dran ist.

00:25:28: Ich glaube, es entscheidend ist wirklich dass man auch sieht ich habe was gemacht und irgendwie um dann auch gerade im Falle dann sich verteidigen zu können.

00:25:35: Also dieses green hushing also dann einfach gar nichts mehr zu sagen ist ja so eine andere.

00:25:39: also wenn du immer nach Risiken fragst auch.

00:25:41: Was sind das Risiko?

00:25:42: Ja das Risikos natürlich die Abmahnungen und Unterlassungsklagen und Scharnsatz usw.

00:25:46: Aber großes Risiko ist doch auch das Green Hushing.

00:25:49: Die Folgen von Green Hushing, dass man eben dadurch, dass mal nichts mehr sagt nicht mehr gesehen wird dass man aus der Angst heraus, ich sehe momentan sehr viel teure Kampagnen.

00:26:00: Die wurden sehr aufwendig beraten und wurden aber trotzdem, obwohl da viel Geld in die Hand genommen wurde nicht rechtssicher gemacht sondern sie wurden einfach nur entleert.

00:26:10: Sie wurden einfach sinnentleert.

00:26:11: und da steht jetzt zum Beispiel statt nachhaltige Reisen traumhafter Sehblick.

00:26:16: das ist natürlich auch schön Wenn ich eine Umweltleistung auf die, die Gäste achten, hervorheben möchte.

00:26:24: Dann ist sie ja verschwunden!

00:26:25: Also das ist was anderes ne?

00:26:26: Ich kann natürlich meine Kampagne komplett verändern und von der Nachhaltigkeit weggehen aber dann bin ich ja im Greenhushing.

00:26:33: Der Traum auf den Seepel, den kann ich ja vielleicht zusätzlich auch noch herausheben.

00:26:36: Aber dann habe ich eben nichts über die Nahhaltigkeit gesagt und deswegen glaube ich macht es schon mehr Sinn dass eine Aussage, die man treffen möchte eben auch zu gestalten Und das kann man.

00:26:46: Das haben wir in unserem letzten Protasker zusammen auch noch mal angeguckt, dass man jede einzelne Aussage auch rechtssicher erhalten kann.

00:26:53: Man muss sie ein bisschen umbauen und dann funktioniert es.

00:26:56: Ich gebe zu ist nicht ganz trivial weil es eben auch sehr umfangreich ist und sehr viel bei den meisten durch die gerade die viel kommunizieren und über Jahre schon kommuniziert haben und grade die viel auch investierenden Umweltschutz.

00:27:09: die haben halt auch am meisten jetzt zu tun.

00:27:12: worüber sich viele ärgern.

00:27:14: Verständnis habe ich dafür schon,

00:27:16: aber... Ich glaube

00:27:17: es lohnt sich!

00:27:18: Aber das letzte Beispiel war wirklich ein sehr schönes und ich sehe schon, dass Thema wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen.

00:27:25: Liebe Marie vielen Dank für der spannende Update.

00:27:27: Sehr gerne, ich freue mich auf den dritten Teil.

00:27:30: dann zu den Erkenntnissen wenn's die ersten Urteile gibt bis bald.

00:27:35: Wo machen wir das?

00:27:48: Präsentiert von St.

00:27:49: Elmo's AudioVisions.

Über diesen Podcast

So sehen wir das! Die News der Woche aus der Reisebranche und was sie bedeuten. Jeden Freitag neu.

von und mit Redaktion Reise vor9

Abonnieren

Copyright